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Von der Pfarrschule Illingen zur Grundschule Auf der Lehn


1750-1950

1752

 Jakob Lill wurde Lehrer und Küster in Illingen
    - einklassige Schule in einem Schulhause an der Kirche 
    - Schulbesuch ließ sehr zu wünschen übrig   
    - die meisten Kinder wurden des Lesens und Schreibens nicht kundig

1820  Die Pfarrschule in Illingen wurde aufgehoben und unter staatliche Aufsicht gestellt
    - Unterrichtszeiten: 3 Stunden am Vormittag und 3 Stunden am Nachmittag
    - Schulversäumnisse wurden unter empfindliche Strafen gestellt.
1839

Gennweiler bekommt eine eigene Schule
Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.
 An die Stelle der ehemaligen Pfarrschule wird ein Schulhaus für Illingen gebaut.


1870

Gennweiler und Illingen bilden einen Gemeindeverband.
Im Jahre 1870 schritt man zu dem Neubau des Schulhauses "Auf der Lehn",
zwischen Illingen und Gennweiler.


1889  Schulsituation in Illingen:
    - Kirchenschulhaus Illingen: 2 Klassen (4 erste Jahrgänge aus Illingen)
    - Schulhaus Gennweiler: 2 Klassen (4 erste Jahrgänge aus Gennweiler)
    - Schulhaus "Auf der Lehn" 2 Klassen (4 letzte Jahrgänge aus Illingen und Gennweiler)
1912 Dem Übelstande der ständig gewachsenen Raumnot wurde endlich durch den Bau eines neuen Schulhauses abgeholfen. Zum Bau gab der Staat einen Zuschuss von 10 000 Mark. Es wurde hinter dem alten Schulhause "Auf der Lehn" nach den Plänen des Kreisbaumeisters Eberbach durch den Baumeister Spada aus Illingen errichtet und bot Raum für 7 Klassen.
1916 Wegen Kohlenmangel wurde der Unterricht zur Kohlenersparnis vom 12.2.17 - 12.3.17 ausgesetzt. Durch Beurlaubungen vieler Schüler, besonders zu landwirtschaftlichen Arbeiten, betrug der Prozentsatz der Versäumnisse in den oberen Klassen bis über 20 % monatlich. Außerdem wurden die Unterrichtsstunden durch Ährenlesen, Brennnessel-, Eichel-, Schuh- und Kleidersammlungen vielfach in Anspruch genommen.
1917  Auch im Schuljahr 1917/18 litt der Unterricht unter den Kriegsverhältnissen. Die Versäumnisse in den oberen Klassen blieben unvermindert hoch ( 20 - 25 % ),vielfach wegen Mangel an Schuhwerk und Kleidern. Die Lehrpersonen wurden in verstärktem Maße zu außerschulischen Arbeiten verpflichtet, so z.B. zur Anlegung eines Wirtschaftskatasters und von Januar 1918 ab zur Ausgabe der Lebensmittelkarten. Auch wurden die Schulklassen unter Aufsicht der Lehrpersonen geschlossen zu Arbeiten zur Kriegswohlfahrt herangezogen, wie Ähren-, Kern-, Kräuter-, Metall- und Papiersammlungen.
1918  Auf Anordnung der französischen Behörde wurde am 17.2.19 vom 5.Schuljahr ab der französische Unterricht mit wöchentlich 3 Stunden eingeführt. 
Wegen Grippe war die Schule vom 21.10. - 10.11.18 geschlossen. Es fehlten bis zu 70 % der Kinder. Infolge des Waffenstillstandes und des sich daran anschließenden Rückzuges unserer Truppen waren die Schulsäle für Einquartierungszwecke vom 17. - 26. Nov. zur Verfügung gestellt, ebenso vom 1. - 7.12 für die durchziehenden französischen Truppen. Ebenso musste der Unterricht für die oberen Klassen während der Monate Juli, August und September 1918 eingestellt werden, da die Kinder mit der Laubheugewinnung beschäftigt waren. 

 1921  Am 30.11.21 wurden die Lehrpersonen der Bürgermeisterei Illingen auf die Regierung des Saargebietes vereidigt.
 1937

Einführung der Gemeinschaftsschule:
23 evangelische Kinder, die bisher die ev. Volksschule in Hosterhof besuchten, wurden nun in die Volksschule Illingen aufgenommen.
Ab Pfingsten hatten die vier oberen Jahrgänge jeden Mittwoch den Kartoffelkäfer-Suchtag. Am 15.6.38 wurde auf dem Galgenberg der erste Kartoffelkäfer auf dem Illinger Bann von der Schülerin Ruth Holtmann, 6.Schulj. gefunden. Ab 1. November 1938 durfte der gesamte Religionsunterricht in der Schule nur noch von Lehrern und Lehrerinnen, nicht mehr von den Geistlichen erteilt werden.


 
 1939  Der Krieg brachte mancherlei Ausfälle an Unterricht. Zunächst war die Schule geschlossen. Dann konnte der Unterricht nur in beschränktem Maße aufrechterhalten werden. Es gab Wechselunterricht, zeitweise, sodass 3 Klassen an einem Tage wechseln mussten. Die Hälfte der Schule nahm das Militär in Anspruch.
 
1940  Mit dem 31.3.1940 gaben die Soldaten ihre Quartiere in den Sälen auf. Am 4.4.40 konnte der Unterricht in vollem Umfange zwar wieder aufgenommen werden, aber auch im folgenden Schuljahr 1940/41 wechselten die Einquartierungen und demnach auch der Unterricht. Wieder wurden der Schule kriegswichtige und wirtschaftliche Aufgaben gestellt: Es wurden von den Klassen Eisen, Altpapier, Tuben, Korken, Knochen und Flaschenkapseln gesammelt. Auch die Kartoffelkäfersuchaktion wurde fortgesetzt.
Eine einschneidende Veränderung bedeutete die Verlegung des Schuljahres, dessen Schluss jetzt mit dem Beginn der Sommerferien zusammenfällt.

 
1941  Damit begann das Schuljahr 1941/42 am 1. September. 
Am 10. September 1941 wurde eine Hauptschule mit 2 Klassen eröffnet. Aus der Volksschule wurde aus dem 5. Schuljahr das beste Drittel der Schüler ausgewählt und zum Besuch der Hauptschule bestimmt.

 
1942 Zu Beginn des Schuljahres 1942/43 zählte die Volksschule Illingen 571 Schüler in 12 Klassen. Das Schuljahr begann wegen umfangreicher Instandsetzungsarbeiten mit einigen Tagen Verspätung am 7. September.
1944 Seit 4.12.1944 fällt der Unterricht aus.
1945 Sämtliche Schulsäle und die Wohnungen im Schulhaus "Auf der Lehn" waren im Frühjahr 1945  von den Amerikanern und nach deren Abzug im Juni 1945 durch die Franzosen besetzt worden. 
Am 1. Oktober wurde der Unterricht wieder aufgenommen.
Ab 8. Oktober standen uns 7 Schulsäle, die Luftschutzschule und ein Schulsaal auf Hosterhof zur Verfügung. Jede Klasse hatte täglich vier Stunden - vormittags die Knaben, nachmittags die Mädchen. Nach einer Woche wurde abgewechselt.
Am 22.12.1945 war für die Schulkinder eine Weihnachtsbescherung im Saale Kolz. Der Gouverneur hatte verfügt, dass jedes Kind im Alter von 6 - 14 Jahren ein Weißbrot von ~ 800g, 250 g Wurst, 200 g Zucker und 100 g Bonbons erhielt.
Am 1. Mai 1946 kam nach Hosterhof eine evangelische Lehrerin. Die evangelischen Kinder von Illingen besuchen seit diesem Zeitpunkt die ev. Schule zu Hosterhof, die nun wieder neu gebildet wurde. Mit diesem Tag haben wir in Illingen die konfessionelle Schule.